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Im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Ausländerbeirats der Stadt
Münster wird IBA e.V. in diesem Jahr erstmalig eine „Brasilien-Woche“ durchführen. Innerhalb dieser Woche wird in
ausgewählten Lokalitäten der Stadt ein vielseitiges
Veranstaltungsprogramm dargeboten. Das Programm kombiniert Kultur und
Debatte in Form von Tanz, Musik, szenischer Kunst, afrobrasilianischer
Kampfkunst und thematischen Diskussionen.
Regionaler Tanz aus Amazonien
Regionale Kultur- und Tanzgruppe IAÇÁ
Mi. 02.09.2009
Studiobühne, Domplatz 23
19:30 Uhr
Eintritt: AK 8€
Die regionale Kultur- und Tanzgruppe IAÇÁ besteht seit 12 Jahren und stammt aus Belém, der Hauptstadt des Bundesstaats Pará im Nordosten Brasiliens. In einem sozialen Kontext, in dem jeden Tag mehr Jugendliche ohne Schulausbildung, arbeitslos, ausgebeutet vernachlässigt und ohne Perspektive für ihr Leben, auf den Straßen bleiben, wurde IAÇÁ mit dem Ziel gegründet, diesem Prozess durch eine Politik der Einbeziehung von gelebter Kultur aller Gesellschaftsschichten, hauptsächlich der weniger Begünstigten, entgegenzuwirken.
Dabei sollen die Wurzeln der regionalen Kultur bewahrt und die Vielfältigkeit in einem fortwährenden schöpferischen Prozess flexibel zusammengefügt werden, damit über dem Existierenden hinaus Neues entsteht.
 Tanzgruppe IAÇÁ
Brasilianischer Filmabend mit anschließender Diskussion:
Olga, Film des Regisseurs Jaime Monjardim aus dem Jahr 2004
Do. 03.09.2009
Die Brücke, Wilmergasse 2
20:00 Uhr
Eintritt: frei
Die Liebe zu dem Sowjet-Spion Otto Braun treibt die 17-jährige Jüdin Olga Benario zunächst nach Berlin und schon bald darauf nach Moskau. Dort verliebt sie sich in den Kommunisten-Führer Luis Prestes. Getarnt als portugiesisches Ehepaar reisen die beiden nach Brasilien, um auf Weisung der KPdSU einen Putsch gegen den brasilianischen Präsidenten Vargas anzuzetteln. Doch der misslingt und Olga wird nach Deutschland ausgeliefert, wo inzwischen Hitler an der Macht ist und der sichere Tod auf die Kommunistin wartet. Der Zweite Weltkrieg, die Judenverfolgung und auch die kommunistische Bewegung werden hier aus brasilianischer Perspektive betrachtet. Ein Zeit-Dokument für Guido-Knopp-Fans.
 Olga
Theater im Tunnel
Wenn der Tod sich nähert, nur ein Atemzug - Ein Gedichtzyklus von Paul Fonteles de Lima
Fr. 04.09.2009
Aufführungsort: Unterführung am Hindenburgplatz, Eingang Bäckergasse
19:00 Uhr
Eintritt: VVK 8€
(Vorverkauf im Café Malik am Hindenburgplatz, begrenztes Kartenkontingent!)
Dieser so bewegende wie literarisch beeindruckende Gedichtzyklus des brasilianischen Autors Paul Fonteles de Lima (*1949), geschrieben zur Zeit der brasilianischen Militärdiktatur (1964 bis 1985), wurde 2006 veröffentlicht – ein universelles lyrisches Manifest gegen Folter und Gewalt.
 Renato Schuch - Schauspielhaus Köln
 Daniel Wahl - Schauspielhaus Hamburg
Workshop
Capoeira - brasilianischer Kampftanz
Sa. 05.09.2009
Gymnastikhalle am Sportplatz, Fliednerstr. 21
14:00 - 18:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 15€
(Anmeldung unter
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)
Capoeira ist eine einzigartige Mischung aus Kampf, Tanz, Akrobatik und
Musik. Sie entstand vor mehr als 400 Jahren, als afro-brasilianische
Sklaven zu ihrer Selbstverteidigung und ihrer Befreiung Kampftechniken
entwickelten und sie mit tänzerischen Elementen und Musik tarnten.
Bossa-Nova-Abend
Rosani Reis e „Banda da Terra“
So. 06.09.2009
Hot Jazz Club, Hafenweg 26
20:00 Uhr
Eintritt: VVK 7€ / AK 10€ (VVK im Hot Jazz Club)
Mit Ihrer neuen Formation geht die im Ruhrgebiet lebende Brasilianerin tief an die musikalischen Wurzeln ihrer Heimat Minas Gerais zurück. Afrobrasilianische Einflüsse werden, neben Rhythmen wie Jongo, Congado und Mozambique, auch beim Samba in seinen ursprünglichsten Formen wieder gefunden, jenseits des Rio-Karneval-Klischees. Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme weiß Rosani Reis sowohl eigenen, als auch Songs der Komponisten ihrer Heimat Intensität zu verleihen. Eine charismatische Sängerin mit einer außergewöhnlichen Band, die ihre Zuhörer mit übersprühender Lebensfreude fesselt.
 Rosani Reis
Podiumsdiskussion
Kontinuitäten in der Wirtschaftsentwicklung Brasiliens seit der Unabhängigkeit: Die Bedeutung des Großgrundbesitzes
Mo. 07.09.2009
H2, Hindenburgplatz 10/12
18:00 Uhr
Eintritt: frei
Im 19. Jahrhundert waren in Brasilien Zuckerrohr- und Kaffeeplantagen die treibende Kraft der kolonial-brasilianischen Wirtschaft, welche auf Sklavenarbeit basierte und hauptsächlich als Reichtumszulieferer der portugiesischen Kolonialmacht diente. Nach der Unabhängigkeitserklärung blieben sie weiter die tragenden Säulen der neuen Nation. Nach wie vor wird die brasilianische Wirtschaft vom Großgrundbesitz geprägt. Auch wenn die jetzige brasilianische Landwirtschaft vielfältiger als in früheren Zeiten ist, bleibt Zuckerrohr eine der wichtigsten Kulturpflanzen des Landes. Der Kaffee hat allerdings seine Stellung an den Sojaanbau übergeben. Für letzteren werden Urwaldflächen großzügig abgeholzt, um neue Anbauflächen zu schaffen. Weltweit stellt sich angesichts dieser Situation die Frage, inwiefern Mensch und Natur davon betroffen sind. Welches sind hier die sozialen Folgen? Welches sind die Folgen für die Umwelt und den Klimawandel?
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